Münster - Der Inder Siddharth D´Souza hat eine kleine Solarlampe mitgebracht. „Eine solche Lampe erhellt in Indien ein ganzes Haus, 30 Lampen ein ganzes Dorf“, erklärte er am Donnerstag während der Ausstellungseröffnung des Ökumenischen Zusammenschlusses christlicher Eine-Welt-Gruppen Münsters. Vom 19. Februar bis 5. März präsentieren 25 lokale Gruppen sowie die Hilfswerke Misereor und „Brot für die Welt“ ihre Arbeiten in der Bürgerhalle des Rathauses. Die Ausstellung trägt den Namen „Münster in der Einen Welt - dem Leben Raum geben.“
Oberbürgermeister Markus Lewe bedankte sich in seiner Eröffnungsrede für die Arbeit der Eine-Welt-Gruppen und betonte deren Bedeutung. „Partnerschaften, entwicklungspolitische und humanitäre Projekte tragen in hohem Maße dazu bei, uns an unsere Verantwortung gegenüber denen zu erinnern, denen es nicht so gut geht.“ Und er betonte, dass der Beginn der Fastenzeit einer guter Termin sei, eine solche Ausstellung zu eröffnen. Denn in diesen Tagen und Wochen seien die Menschen eher bereit, das eigene Leben zu überdenken.
Damit wies er indirekt auf die Motivation der Ausstellungsmacher hin. „Wir sammeln in dieser Ausstellung keine Spenden“, sagte Josef Kückmann, Sprecher des Zusammenschlusses der Eine-Welt-Gruppen in Münster. „Aber wir würden uns freuen, wenn die Besucher angeregt würden, sich eine Gruppe zu suchen, deren Projekte sie unterstützen wollen.“
Die Lampe, die Siddharth D´Souza dem Publikum zeigte, ist ein Produkt von Entwicklungsarbeit. Der Inder arbeitet für die Hilfsorganisation Laya. Mit Unterstützung von Misereor bringt Laya die Solarlampen in die Dörfer der Adivasi, den Ureinwohners Indiens.
Weihbischof Friedrich Ostermann, der ebenfalls zur Eröffnung gekommen war, betonte, dass Entwicklungszusammenarbeit weit mehr ist als nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Wo Menschen initiativ werden, schaffen sie Inseln der Zuversicht und der Liebe.“


