„Ludwig Poullain ist ein außergewöhnlicher Münsteraner mit nachhaltigen Verdiensten für die Stadt.“ Mit diesen Worten würdigte Oberbürgermeister Markus Lewe im Rathaus den früheren Vorstandsvorsitzenden der Westdeutschen Landesbank und Präsidenten des Deutschen Sparkassenverbandes. Poullain hatte Ende 2009 sein 90. Lebensjahr vollendet.
Er habe nicht nur die deutsche Sparkassen- und Bankenlandschaft neu geordnet, sondern auch das Wirtschaftsgeschehen in Münster entscheidend geprägt und das Stadtbild nachhaltig beeinflusst, sagte der Oberbürgermeister über Poullain. Und er habe nicht zuletzt bei der Entstehung der WestLB im Jahr 1969 dafür gesorgt, dass Münster zentraler Standort der öffentlich-rechtlichen Sparkassen und Versicherungen geblieben sei.
Mit dem von Poullain betriebenen Bank-Neubau auf dem alten Zoogelände an der Himmelreichallee, in dem heute die Zentrale der Landesbausparkasse untergebracht ist, entstanden der neue Allwetterzoo, die heutige Aaseelandschaft und das Freilichtmuseum. Poullain gehöre auch zu denen, die 1977 in Münster der Skulpturenausstellung zum Durchbruch verholfen hätten.
Der Finanzexperte nahm darauf in seiner Tischrede Bezug: Münster als Sitz der WestLB über viele Jahre zu entkernen, nannte Poullain weder betriebswirtschaftlich noch banktechnisch begründet. Zudem prognostizierte der ehemalige Banker angesichts der Wirtschaftskrise einen eisernen Sparkurs der öffentlichen Haushalte mit schmerzhaften Einschnitten für alle Bürger und Unternehmen.


